Welchen Akkuschrauber kaufe ich?
Der (unvollständige) Versuch, die immer wieder aufkommende Frage
"Ich will mir einen Akkuschrauber kaufen, nur welchen?" zu beantworten,
hat dazu geführt, daß ich meine Gedanken dazu an dieser Stelle
niedergeschrieben habe:
Hmm. Eigentlich weiß ich gar nicht so recht, wo ich überhaupt
anfangen soll. Na, probieren wir's mal hier:
Die Technik
Akkus und Lader
Die Ausstattung
Bekannte Hersteller
Schlußbemerkung / Empfehlung
Worauf soll man achten?
- Die Technik:
Man sollte sich nicht von der Spannungsangabe beeindrucken lassen.
Diese ist höchstens dritte Wahl. Eindeutig sagt sie eigentlich nur aus,
daß ein Gerät mit hoher Spannung sehr wahrscheinlich schwerer und
größer als eines mit niedrigerer Spannung ist;-)
Wichtig ist die Spannung V (Volt) im Zusammenhang mit der Kapazität
des Akkus in Ah (Amperestunden), beides miteinander multipliziert ergibt
die Wh (Wattstunden) und damit erst die "Ergiebigkeit" eines Akkus.
Merke: eine Maschine mit kräftigem 9,6V-Motor kann besser sein als
eine "lahme" 18V-Maschine. Allerdings ist - wenn man bei einem
Hersteller vergleicht - eine 9,6V-Maschine natürlich weniger kräftig
als eine 14,4V-Maschine, da die Gesamtleistung bei letzterer natürlich
höher ist.
Und: ein angegebener Akkukapazitätswert (in Ah) sagt nichts über die
Kraft der Maschine aus. Die Kapazität ist nur grober Anhaltspunkt für
die "Reichweite".
Leider ist die Motorenkraft oft nirgendwo angegeben, sie ist alleine
allerdings auch wieder nicht sehr aussagekräftig, da auch der
Wirkungsgrad des verwendeten Getriebes eine Rolle spielt undundund
(der Wirkungsgrad ist bei Maschinen mit hoher Spannung besser bzw.
die Verluste etwas niedriger, aber das würde an dieser Stelle zu weit
führen und ist auch eher belanglos)...
Einige wenige Hersteller (z.B. Elu/DeWalt) geben die Abgabeleistung
eines Gerätes in Watt an. Damit hat man die beste Möglichkeit zu
entscheiden, wie stark ein Gerät wirklich ist (weil die Abgabeleistung
die Leistung ist, welche man letzendlich tatsächlich zur Verfügung hat).
Ein kleines Beispiel:
Der Wirkungsgrad einer elektrisch angetriebenen Bohrmaschine wird in
der Literatur mit ca. 50% angesetzt. Wenn jetzt z.B. ein DeWalt-
Akkubohrschrauber eine Abgabeleistung von 300W hat, entspricht das
einer bei Netz-Bohrmaschinen meist angegebenen Aufnahmeleistung von
ca. 550-600W!
Oftmals liest man auch Angaben über die Kraft/das Drehmoment einer
Maschine, meist in Nm (Newtonmeter). Diese Angabe allein ist eigentlich
nicht vergleichbar. Es steht meist nicht dabei, nach welchem Verfahren
gemessen wurde (und somit kann Hersteller A gänzlich anders messen als
Hersteller B), auch beschreibt kaum ein Hersteller, ob er den 'weichen'
oder den 'harten' Schraubfall angibt:
Weicher Schraubfall ist z.B. das Eindrehen einer Schraube in Holz
(Metall auf Holz):
Kleiner Gang, dauerhaft gleichmäßig steigende lange Belastung.
Harter Schraubfall ist z.B. das Festdrehmoment einer Metallgewinde-
schraube (Metall auf Metall):
Mit hoher Geschwindigkeit andrehen und dann sozusagen "mit Wucht"
anziehen, bis die Maschine blockiert bzw. kurz davor ist.
Die Nm-Angabe des harten Schraubfalles kann bis zu doppelt so hoch wie
die für den weichen Schraubfall sein.
Wenn's nicht dabeisteht, sollte man also beim Vergleich verschiedener
Hersteller aufpassen, was gemeint ist!
Einige ganz schlaue Hersteller geben neuerdings auch so eine Art Mittel-
wert bei den Nm an. Da kann nun wirklich niemand etwas mit anfangen...
nach oben
- Akkus und Lader:
Zwei Akkus im Lieferumfang sollten heutzutage Standard sein. Übrigens
sind Nickel-Cadmium (NiCd) Akkus bei Akkuschraubern immer noch
Stand der Technik. Viele Hersteller haben mittlerweile zwar auch Nickel-
Metallhydrid (NiMH) im Angebot, diese sind aus meiner Sicht und
Erfahrung allerdings nicht oder nur bedingt empfehlenswert:
Sie haben zwar bis zu 30% mehr Kapazität, sind dafür aber teurer, nur
wenig leichter, haben einer höhere Selbstentladungsrate und sind
umweltaspektlich betrachtet auch nicht viel besser (sie enthalten zwar
kein Cadmium, sind aber dennoch nicht umweltfreundlich). Außerdem
haben sie eine geringere Lebensdauer, Probleme mit Kälte und sind nicht
superschnelladefähig. Und für NiCds gibt's ein funktionierendes
Recycling-System. Man darf hierbei auch nicht den Fehler machen, z.B.
mit der eigenen Digitalkamera zu vergleichen. Es kommt nicht nur auf den
Stromfluß an, sondern auch auf den dabei auftretenden Spannungsabfall
(sprich: das Absinken der Spannung unter Last. Dieses Verhalten wiederum
ist abhängig vom Innenwiderstand einer einzelnen Zelle, welcher z.Zt.
bei NiMH noch höher als bei NiCd ist. Und hier gilt: höher=schlechter).
Und der Spannungsabfall ist bei NiMH eben wesentlich höher als bei NiCd.
Zur Erläuterung:
Bei einem Akkuschrauber können in Spitzenlastfällen Ströme von über 30A
entstehen! Das ist mit den vergleichsweise kleinen Akkuzellen und auf-
tretenden Strömen in Digitalkameras nicht vergleichbar, eher schon mit
Extrem-Modellbau (RC-Autos, E-Hubschrauber)!
Ich empfehle aus o.g. und noch einigen anderen Gründen immer einen
Superschnellader (15 Minuten oder schneller):
- Man kann zur Not auf den zweiten Akku verzichten.
- Die Akkus werden in superkurzer Zeit geladen und werden dabei
noch nicht einmal handwarm!
- Akkus sollen nach Stand der Technik aufgrund der gleichmäßigeren
Belastung möglichst so geladen werden, wie sie benutzt werden:
Also hoch belastete und belastbare Akkus (wie in Akkuschraubern) sehr
schnell, solche von Fernbedienungen z.B. dagegen eher langsam.
- Derartige Superschnellader werden oftmals mit höherer Lebensdauer der
Akkus beworben (3000 statt 1000 Zyklen z.B.). Das ist noch nicht einmal
ganz falsch: Diese Geräte laden den Akku meist mit Ladeimpulsen mit
sehr hohen Strömen (zwischen 6 und 10A). Als Voraussetzung hierfür
muß die Delta-U-Erkennung, mit deren Hilfe ein voller Akku erkannt
wird, sehr viel genauer als bei den Standardladern sein, da der Akku sonst
schon nach wenigen Zyklen zerstört würde (da man ihn sonst quasi kocht)!
Eigener Versuch (als nicht repräsentatives Beispiel):
Ein voller Akku wurde von einem Bosch 60Min.-Standardlader erstmal
wieder eine halbe Stunde "erwärmt";-), während der Superschnellader
(AL 15 FC) nach ca. 1,5 Minuten wieder aufgehört hat.
Siehe auch: Warum NiCd und nicht NiMH?
nach oben
Wichtig ist deshalb bei den Markengeräten eher, auf die folgenden
Dinge zu achten (Billig-Geräte vom Sonderangebotstisch laß' ich mal weg,
weil die meist zu schwer und zu schwach sind; wer sie dennoch auspro-
bieren will, kann das ja gerne tun):
- Die Ausstattung:
Natürlich Schnellspannbohrfutter ohne Schlüssel (die Markenhersteller
verbauen fast nur Jacobs oder Roehm).
Automatische Spindelarretierung bei Stillstand. Damit läßt sich das
Bohrfutter mit einer Hand öffnen/schließen, was doch ungemein praktisch
ist. Außerdem ist die mit der Hand greifbare Fläche eines Einhand-
Schnellspannbohrfutters größer.
Selbstverständlich zwei Gänge. Nur so läßt sich die Kraft optimal übertragen.
Quickstop (=Schnellbremsfunktion) bei Loslassen des Gasgebe-Schalters.
Damit wird gewährleistet, daß die Bohrspindel (=das Bohrfutter)
innerhalb kürzester Zeit zum Stillstand kommt und nicht erst langwierig
"ausrollt". Dies mindert die Verletzungsgefahr, außerdem kann man in
schnellerer Folge Verschraubungen durchführen.
Akkus mit hoher Kapazität (in Ah). Je höher diese, desto länger hält der
Akku durch ('Normal-gut' ist bei NiCd z.Zt. ca. 2Ah).
15-Min.-Schnellader. Einfach das Beste, was man seinen Akkus antun kann.
Handlichkeit. Liegt das Gerät gut in der Hand? Kann ich es gut und
bequem bedienen? Wenn nicht: andere Marke wählen.
Akkuprogramm des Herstellers. Es ist schon praktisch, wenn man ein- und
denselben Akku (= eine Voltklasse) auch noch für die Akkulampe und die
Säge uswusf. benutzen kann (es ist auch für den Akku besser, wenn er
regelmäßig benutzt wird!)!
Brauche ich Goodies wie z.B. Impuls-Antrieb? (Ich meine Nein).
Brauche ich eine Bithaltemöglichkeit bei abgenommenem Bohrfutter?
(gut für beengte Verhältnisse, ich meine Vielleicht).
Brauche ich Schlag-Betrieb? (Ich meine Vielleicht). Allerdings erhöht
die Schlagfunktion das Gewicht und die Größe des Gerätes.
Pistolen- oder T-Bauform? T-Bauform ist heutzutage gängiger, aber auch
die Pistolen-Bauform ist immer noch sinnvoll, wenn überwiegend nur
gebohrt oder mit Druck verschraubt (Rigips-Platten) werden soll, also
die Anpreßkraft dauerhaft groß sein muß. Dafür gibt's aber auch sog.
"Schnellbauschrauber" bei einigen Herstellern. Allerdings erhöht sich
hierdurch natürlich die Gesamtlänge Bohrer-Maschine-Hand, was u.U.
z.B. für schmale Ikea-Schränke schon zu lang sein kann.
Allgemein gesagt sollte man sich vorher genau überlegen, was man
eigentlich mit dem Gerät machen will? Beispiel:
Allround, auch mal Dübellöcher bohren (dafür taugen die Markengeräte
heutzutage durchaus)? Dann 12V oder 14,4V, evtl. mit Schlag.
Mehr nur schrauben, aber das auch mal am PC oder anderen kleineren
Werkstücken? 9,6V oder 12V ohne Schlag (da leichter und handlicher).
Übrigens bin ich der Meinung, daß ein Allroundgerät im Bereich zwischen
9,6V und 14,4V liegen sollte. Alles darüber ist zu schwer und unhandlich,
alles darunter hat i.A. nicht genug Kraft.
Wer den gelegentlichen Umgang mit Elektrowerkzeug gewohnt ist (vom
Gewicht her betrachtet), kann ruhig zu einer 14,4V-Maschine greifen.
Für die "Nur-Kopfarbeiter" unter den Lesern ist vielleicht eine
9,6V-Maschine besser geeignet.
Nebenbei bemerkt eignen sich Akkubohrschrauber viel besser für Schraub-
arbeiten allgemeiner Art (wie z.B. Deckenverkleidung usw.), da die
Gewichtsverteilung des in der Hand liegenden Gerätes erheblich besser
als bei fast allen Netzmaschinen ist (ausgenommen vielleicht der neuen
AEG-Ergomax-Maschine).
Außerdem sind Akkuschrauber als Allroundgeräte, die in erster Linie zum
Schrauben (z.B. Verschrauben von Dielen) verwendet werden, jeder (Netz-)
Bohrmaschine überlegen:
Netzmaschinen haben eine höhere Lastdrehzahl, und, da es sich per
definitionem meist um Bohrmaschinen handelt, auch einen anderen
Drehmomentverlauf. Außerdem wird bei letzteren das Drehmoment völlig
anders gemessen (eben bei einem Bohr- und nicht bei einem Schraubvorgang),
weshalb die angegebenen Werte so nicht untereinander vergleichbar sind.
Beim Akkuschrauber kommt auch noch das starke Untersetzungsgetriebe mit
in's Spiel, welche u.a. eben die hohen Kräfte, die beim Schrauben
benötigt werden, überhaupt erst zuläßt.
Man sollte also auf keinen Fall dem Trugschluß erliegen, daß Netzbohr-
maschinen nur deshalb besser sind, weil sie ein Kabel haben...
Im Prinzip unterscheiden sich die Hersteller mittlerweile wohl mehr
durch persönliche Vorlieben oder Abneigungen, die Qualität wird bei den
meisten bekannten Herstellern nicht großartig unterschiedlich sein. Bei
den Akkuschraubern werden sowieso meist Johnson (Alleinvertretung
BRD Rögelein) oder Mabuchi-Motoren eingebaut, so daß die Kraft-
Unterschiede bei den Standard-Modellen der diversen Hersteller
vermutlich eher vernachlässigbar marginal sein werden. Wenn allerdings
besonders kräftige Motoren aus eigener Entwicklung angepriesen werden
(z.B. bei Elu/DeWalt der PM46-Motor oder bei AtlasCopco der Loktor-
Motor), sollte man sich die Daten genauer anschauen (und vergleichen!).
Kraft ist durch nichts zu ersetzen, es sei denn durch noch mehr Kraft;-)
Unterschiede gibt's selbstverständlich beim Zubehörprogramm, deshalb
sollte man sich auch dieses genau ansehen, falls man sich wegen der
Akku-Austauschbarkeit auf einen Hersteller festlegen will.
nach oben
Bekannte Hersteller von Akkuschraubern:
Elu/DeWalt, Black und Decker:
- http://www.blackanddecker.de/
- http://www.blackanddecker.com/
- http://www.elu.de/
- http://www.dewalt.de/
- http://www.dewalt.com/
- http://www.dewalt.co.uk/
- http://www.2helpu.com/
Beide (bzw. alle drei, der Name Elu verschwindet gerade und geht in
DeWalt auf) sind Marken der Black und Decker Group.
Black und Decker ist Heimwerker, DeWalt/Elu ist Profi.
Mittlerweile ein sehr vielfältiges Akkuprogramm, nicht nur
Schrauber, auch Winkelbohrmaschine, Sägen, Blechschere und Lampen
in diversen Volt-Klassen (7,2V bis 24V). Die teureren Geräte haben einen
extrem starken Motor aus eigener Entwicklung (PM-46 bzw. PM-57).
Der derzeit beste auf dem Markt befindliche 15-Minuten-Schnellader
kommt IMHO von Elu (DeWalt), heißt dort EZAL-94 (früher EZAL-93).
Vorteil: kann alle schnelladefähigen Akkus laden, also auch andere
Marken, da er nicht auf Extra-Kontakte am Akku angewiesen ist!
Allerdings nur für NiCd und nur mit selbstgebautem Adapter, sonst
nur Akkus der eigenen Marken.
Elu/DeWalt bietet eine 30-1-1 Garantie, d.h. 30-Tage Rückgabe und Geld
zurück nach Kauf, 1 Jahr kostenlose Wartungsinspektionen und
1 Jahr Garantie.
Reparaturen gibt's zu Festpreisen inkl. Abholdienst (48-Std.-Service).
Neu bei DeWalt: Akku(schlag)schrauber mit DREI Gängen!
Und bei Black & Decker mittlerweile auch Bohrfutter mit Schnellflansch
(= das Bohrfutter läßt sich mit einem Handgriff von der
Maschine abnehmen).
AEG, AtlasCopco (und in den USA z.B. Milwaukee):
- http://www.aeg-pt.de/
- http://www.atlas-copco.de/
- http://www.mil-electric-tool.com/ (AEG in Amerika)
Auch hier gilt: AEG=Heimwerker, Atlas-Copco=Profi-Marke.
Atlas Copco Geräte sehen vielfach gleich aus wie das AEG-Pendant,
verfügen aber über einige zusätzliche Details, wie z.B. längere
Anschlußkabel oder stärkere Motoren (Akku-Geräte).
Besonderheiten: vielfältiges Akkuprogramm (auch Flex, Knabber und
Akku-Leuchtstofflampe unter der Marke Atlas-Copco).
Einige Geräte haben einen stärkeren Motor aus eigener Entwicklung
(Loktor).
Bosch, Skil:
- http://www.bosch-pt.de/
Ebenso hier: Bosch Blau=Profi, Bosch Grün=Heimwerker,
Skil=Heimwerker.
Feste Reparaturpreise mit anschließender Garantie für ein halbes
Jahr auf das gesamte Gerät.
Metabo:
- http://www.metabo.de/
Akku-Bohrschrauber und Bohrmaschinen mit "Impuls"-Funktion. Die
Maschine läuft impulsartig an, als ob man sie schnell ein- und
ausschaltet. Dadurch soll ein "'Rausrutschen" von Schrauberbits aus
der Schraube ebenso vermieden werden wie ein Auslaufen eines Bohrers
beim Ansetzen. Wer's braucht...
"Plus"-Maschinen (z.B. BST12Plus) haben Impuls-Funktion und - im
Gegensatz zu "Impuls"-Maschinen - einen stärkeren Motor!
Feste Reparaturpreise mit anschließender Garantie für ein halbes
Jahr auf das gesamte Gerät.
Ich persönlich halte die Impuls-Funktion ja für Spielerei, aber
nichtsdestotrotz hier ein kurzer Erfahrungsbericht von Frank Jäkel:
"Heute [31.05.01] hat mich bei einer minderwertigen Ikea-Holzschraube (so 8x70)
IMPULS gerettet, da die Inbus-Aufnahme ausfranste und das (?) Bit durchdrehte.
Mit Impuls habe ich das Schräubsken dann rausholen können und habe es tollkühn
wieder reingepulst (und dabei helfend ein bischen verkantet) - ging."
Hilti:
- http://www.hilti.com/
Hilti - ein Name für Bohrhämmer? Sicher, aber IMHO nur im
gewerblichen Bereich. Für Heimwerker meist etwas "oversized" ;-)
Besonderheit (eine von vielen): Akku-Tangential-Schlagschrauber,
d.h. das Gerät "hämmert" die Schraube quasi ein oder aus (ähnlich
wie ein mechanischer Schlagschrauber). Für angerostete Schrauben
z.B.. Keine Drehmomentkontrolle!
Fein:
- http://www.fein.de/
Profimarke
Besonderheit: Akkuschrauber, bei denen man die Akkus sowohl unten
als auch hinten ansetzen kann! Außerdem einige Spezialschrauber im
Programm so wie den FEIN-Multimaster als Akkuversion, einen
oszillierenden Schleifer, den man z.B. auch als Säge benutzen kann
(wie die Knochensäge von Chirurgen). Gab's 'ne Zeitlang IMHO auch als
Labelprodukt in Blau unter dem Namen Haager in einigen Baumärkten.
Festo:
- http://www.festool.de/
Die Akkuschrauber von Festo sind in einer Beziehung etwas
Besonderes: der Bauform!
Sie haben den Motor im Griff. Dieser wird dadurch zwar schon fast
unhandlich dick, dafür ist die Maschine aber besonders kurz (falls
man mal im Innern von Briefkästen schrauben will;-)).
Außerdem kann man mit dem Festo-Schnellader MC-15CDD (15-Minuten-
Lader) auch einige Werkzeugakkus anderer Marken laden, da dieser
einen zweiten (Universal-) Ladeschacht hat.
Neu bei Festo: Bohrfutter mit Schnellverschluß angeflanscht, dadurch
austauschbar mit einem Exzenter-Vorsatz oder einem Winkelvorsatz.
Makita:
- http://www.makita.de/
Sehr vielfältiges (Profi-) Programm.
Im Reparaturfall detaillierte Rechnung mit Aufschlüsselung der
durchgeführten Arbeiten und Angabe der benötigten Ersatzteile.
Kress:
- http://www.kress-elektrik.de/
Heimwerker-Programm, welches durchaus nicht zu verachten ist.
Hervorzuheben ist eine Akku-Kartuschenpresse für Kartuschen
oder Schlauchbeutel (Fett, Silikon usw.).
Auch hier gibt's mittlerweile Bohrfutter mit Schnellflansch.
Flex:
Sonstige:
Es gibt (als Marke) auch z.B. noch Panasonic, Ryobi u.a., aber die
spielen in Deutschland eher keine Rolle.
nach oben
- Schlußbemerkung / Empfehlung:
Man sollte, wenn man schon Geräte hat, recherchieren, ob alte Akkus der
gleichen Marke in neuen Ladegeräten ladbar sind. Dies ist z.B. meines
Wissens nach bei Elu/DeWalt, Metabo und Makita der Fall, bei Bosch mit
(zusätzlich zu erwerbendem) Adapter.
Ebenso sollte man ein Auge auf den Lieferumfang werfen, der ist beileibe
nicht überall gleich (Koffer ja/nein?, 2. Akku vorhanden?, welche
Qualität hat das mitgelieferte Ladegerät?).
Ich persönlich bin mit meinen Akkuwerkzeugen von Elu (jetzt DeWalt)
äußerst zufrieden. Die Qualität ist excellent, ebenso wie die
Verarbeitung. Fragen, egal ob technisch oder produktspezifisch, wurden
bisher professionell und ohne viel "Umhervermittlerei" beantwortet (ich
bin weder mit Elu/DeWalt verwandt oder sonstwie verbunden noch bekomme
ich irgendeine Art von Gratifikation für diese Äußerung. Ich bin "nur"
zufriedener Anwender von Produkten dieser Marke).
Für den ambitionierten Heimwerker empfiehlt sich IMHO folgende Kombination:
- ein Marken-Akkuschrauber (!) im Bereich 12V bis 14,4V. Bei Herstellern
mit verschiedenen Baureihen würde ich etwas mehr investieren und ein
Gerät aus der Profi-Serie wählen!
- Dazu (falls die gewählte Maschine keine Schlagfunktion hat) für Bohr-
löcher in Stein Mehrzweckbohrer, z.B. HAWERA-Karat. Damit bohrt
man drehend (ohne Schlag) in Stein.
Zusätzlicher Nutzen: die Löcher werden exakter!
- Als Ergänzung, wenn viele Löcher in sehr harten Ziegel oder Beton oder
z.B. große Dosenlöcher gebohrt werden sollen, ein (preiswerter) pneu-
matischer Bohrhammer!
Damit hat man dann eigentlich alle Anwendungsfälle abgedeckt. Um den
Akku häufigstmöglich zu nutzen, würde ich mir noch die passende
Akkulampe kaufen.
Ergänzende Information von mir:
Wie behandle ich den Akku richtig? und Märchen Memory-Effekt
Und, ganz neu, ein Vergleichstest der leichten Schrauber
DeWALT DW926, DeWALT DW920 und Metabo PowerGrip!
Derjenige, fü den diese Information schon zu spät kommt,
kann ja mal Akku-Fit ausprobieren.
Ich habe diese Möglichkeit des Zellenaustauschens selbst noch nicht in
Anspruch genommen, habe sie aber auf einer Messe ausgiebig in Augen-
schein genommen und halte das System für gut. Die Zellen werden - wie
beim Original - mittels Zellenverbinder punktverschweißt und nicht
verlötet, so daß die Übergangswiderstände und die Stabilität der
Verbinder in etwa denen der alten Zellen entsprechen dürften. Somit
erhält man neue Zellen im alten Gehäuse, was günstiger als ein komplett
neuer Akkupack ausfallen dürfte. Das lohnt sich natürlich nur, wenn der
alte Akkupack mechanisch noch o.k. ist und/oder Ersatz nicht mehr
beschaffbar ist.
Alles hier Genannte erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf
Vollständigkeit und spiegelt nur meine ganz persönliche Meinung wieder,
welche auf meinem Wissen und meiner Erfahrung beruht, demnach also
auch nicht "das Maß der Dinge" darstellt!
Gesagt sei als Letztes nur noch: ich persönlich würde von den Baumarkt-
und Aldi-Billigangeboten die Finger lassen. Lieber etwas mehr ausgeben
und dafür schon was handfestes...
Die FAQ der Newsgroup de.rec.heimwerken. Ein Muß für Heimwerker!
Meine Werkzeug-Seite mit interessanten und wichtigen Links.
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Dank für anregende Diskussionen und Tips an: Andrea Glatthor, Frank Jäkel und Andreas Bulkens.
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